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Osterbrunnen in Franken

Die farbenprächtigen Brunnen entstehen mit viel Aufwand und Geduld

Am Ende eines grauOsterbrunnenen Winters sehnt man jedes bisschen Farbe herbei. Die ersten Blüten der Krokusse und Forsythien sind da ein wahrer Lichtblick, doch viel mehr hat die Natur um die Osterzeit noch nicht zu bieten. Hauptsächlich in den Dörfern und Orten der Fränkischen Schweiz – aber auch in anderen Regionen Bayerns – bilden da die Osterbrunnen auffällige Farbkleckse, die der Hoffnung auf eine wärmere und weniger karge Zeit Auftrieb geben. Die Brunnen tragen aufwendig gestaltete Dekorationen aus bemalten Eiern, Fichten- und Buchsbaumgirlanden sowie Schleifen. Doch wer sich daran erfreuen will, hat nicht viel Zeit, denn eigentlich darf der Schmuck nur von Karsamstag bis 2 Wochen nach Ostern die Brunnen zieren, mancherorts sind die Osterbrunnen jedoch schon ab Palmsonntag zu bewundern.

Woher die Tradition der Osterbrunnen rührt, ist nicht hundertprozentig geklärt, aber gerade in der wasserarmen Fränkischen Schweiz spielte der Brunnen früher eine besondere Rolle. Für viele geht der Brauch daher auf das Örtchen Aufseß zurück, wo 1909 nachweislich ein Osterbrunnen geschmückt wurde. Ob dies tatsächlich aus Dank für das lebenswichtige Wasser geschah oder doch eher mit Hinsicht auf den schon damals einsetzenden Tourismus, ist nicht ganz klar. Jedenfalls wurde zu Ostern in vielen Orten der Brunnen gereinigt und Aufseß hat dies wohl dazu genutzt dem Brunnen anschließend ein österliches Gewand zu verpassen.

Heutzutage gehört das Brunnenputzen auch noch zum Auftakt des Schmückens. Der Schmuck an sich wird meistens von Frauen angefertigt, die bereits Wochen zuvor mit dem Ausblasen und Anmalen von Hühner- und Gänseeiern beginnen. Da entstehen mitunter regelrechte kleine Kunstwerke, Eierschalen, die mit Ornamenten oder Oster- und Landschaftsszenen verziert sind. Die meisten Orte, in denen es Osterbrunnen gibt, halten an natürlichen Eiern als Dekoration fest, doch diese sind sehr anfällig und erfordern von Jahr zu Jahr neues Material. Manche sind daher doch schon zu beständigeren Plastikeiern übergegangen.

OstereierDoch für ein Dorf wie Bieberach in der Gemeinde Egloffstein – stolzer zweimaliger Guinness-Buch-Weltrekordhalter für den größten Osterbrunnen der Welt – kommt Plastik nicht in Frage, auch wenn man nicht weniger als 12.000 Eier für das Einkleiden des Brunnens verwendet. Dass beim komplizierten Befestigen das ein oder andere kaputt geht, kann man sich vorstellen. Witterungseinflüsse und leider auch mutwillige Zerstörung tun ein Übriges. Das hält aber auch andere Orte nicht davon ab, sich dermaßen mit dem Osterbrunnen ins Zeug zu legen, dass man Bieberach Konkurrenz macht. So z.B. im Oberpfälzer Sulzbach-Rosenberg, wo man sich den Guinness-Buch-Eintrag für ein Jahr lang mit über 16.000 Schmuck-Eiern sichern konnte. Dass man den Rekord wieder einbüßte, lag übrigens daran, dass Mäuse einen Großteil der Eierschalen zerstört hatten.

Franken hat wohl die meisten Osterbrunnen zu bieten. Allein in der Fränkischen Schweiz gibt es diese in nahezu 200 Orten zu bewundern. Mit organisierten Bus-Tagesfahrten, Fahrrad- und Wandertouren kann man die geschmückten Fontänen besuchen. Interessierte sollten bei den Touristen-Informationen Frankens bzw. der Fränkischen Schweiz nach entsprechenden Angeboten fragen. Doch auch im Allgäu wird der Brauch vielerorts gepflegt. So beansprucht Bad Wörishofen für sich die meisten Osterbrunnen innerhalb einer Stadt zu haben - elf sind es an der Zahl.

Unser Tipp: Das Trubachtal in der Fränkischen Schweiz ist eine Hochburg des Osterbrunnenbrauches. Der Trubachtal-Wanderweg wird Sie durch viele Orte mit den kunstfertig geschmückten Brunnen führen, ist aber auch außerhalb der Osterzeit ein wunderschöner, von Burgen gesäumter Weg.

Für weitere Informationen zu den Osterbrunnen und den entsprechenden touristischen Angeboten kontaktieren Sie bitte die folgenden Touristen-Informationen:

Tourismusverband Franken e.V.
Wilhelminenstraße 6
90461 Nürnberg
Telefon: 0911 - 94 15 10
Fax: 0911 - 94 15 11 0
E-Mail: info@frankentourismus.de
Tourismuszentrale Fränkische Schweiz
Oberes Tor 1
91320 Ebermannstadt
Telefon: 09191 - 86 10 54
Fax: 09191 - 86 10 58
E-Mail: info@fraenkische-schweiz.com
Allgäu GmbH
Allgäuer Straße 1
87435 Kempten
Telefon: 08323 - 80 25 93 1
Fax: 0831 - 57 53 73 3
E-Mail: info@allgaeu.de
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