Brauchtum am Chiemsee

Brauchtum am Chiemsee: Mädchen im DirndlDas bayerische Brauchtum wird rund um den Chiemsee sehr groß geschrieben. In jedem Ort finden sich sogenannte Gebirgstracht Erhaltungsvereine (GTEV), die das Brauchtum von der Tracht angefangen übers Schuhplatteln und Dirndldrahn bis hin zum Volkstheater pflegen und leben. Wir stellen Ihnen hier Brauchtumsveranstaltungen vor, die jährlich wiederkehren.

Hoagart

Der Hoagart, oder Hoagascht wie er in Oberbayern ausgesprochen wird, steht ursprünglich für ein gemütliches Treffen und Beisammensein mit Freunden, Bekannten und Nachbarn. Früher hat man sich abends nach getaner Arbeit vor einem Bauernhaus, also eben im Heimgarten, zu Ratsch und Tratsch, zu Musik und Tanz, getroffen, man ist ,,heimgartln" gegangen. Mittlerweile hat sich der Brauch auf die Herbst- und Winterzeit spezialisiert, wenn es langsam auf die Weihnachtszeit zugeht. Es wird eine zünftige Stubnmusi gespielt, gesungen und Geschichten und Gedichte vorgelesen.

Im Allgemeinen ist der „Boarische Hoagart" heute ein offenes Sänger- und Musikanten-Treffen, die Musikgruppen sind also nicht ausgewählt oder bestellt, es gibt kein Programm und kein Honorar, aber dafür geht im Lauf des Abends - wie es halt früher im Wirtshaus der Brauch war - ein Sammelteller für die Musikanten um. Und nicht selten wird auch heute noch bei diesen „Hoagart" gestrickt oder gehäkelt.

Kirchweih

Kirchweih-Sonntag ist stets der dritte Sonntag im Oktober. Das Fest erinnert an die Weihe des Kirchengebäudes. Schon in heidnischer Zeit war es üblich, Stätten der Verehrung zu segnen und sie damit zu heiligen Orten zu machen. Bei der Ausbreitung des Christentums in Mitteleuropa (ab dem 5. Jahrhundert) wurde mit ausdrücklicher Genehmigung des Papstes diese Tradition beibehalten, nun aber auf die Kirchen übertragen. So hat jede Kirche ihren eigenen Weihetag, der nicht mit dem Patrozinium verwechselt werden darf, dem Namenstag des Heiligen, auf den sie geweiht ist. Mit der Zeit geriet an vielen Orten jedoch der eigentliche Weihetag in Vergessenheit oder wurde durch das Patrozinium verdrängt. Um die Tradition der Kirchweih trotzdem lebendig zu halten, wurde der dritte Oktobersonntag als allgemeiner Kirchweihsonntag eingeführt.

Im Chiemgau wird dieser Tag mit zahlreichen Bräuchen begangen. Es werden die Kirta-Nudeln gebacken, es gibt die Kirchweih-Gans und die Kleinen freuen sich über die Kirta-Hutschn, eine große Schaukel, die an Bäumen oder am Dach eines Hofgebäudes befestigt wird. Sichtbarstes Zeichen des Kirchweihsonntags ist jedoch die rot-weiße Fahne, die an diesem Tag von allen Kirchtürmen flattert. Sie wird „Zachäus-Fahne“ genannt in Erinnerung an den Zöllner Zachäus, der, wie im Festevangelium verkündet, extra auf einen Baum gestiegen war, um den vorübergehenden Jesus zu sehen.

Leonhardi-Ritte

Chiemsee: Leonhardi-RittZur Ehre des heiligen Leonhard werden Leonardi-Ritte mit Pferdesegnung veranstaltet. Der Legende nach entstammte Leonhard einer vornehmen Familie am Hofe Chlodwigs und Bischof Remigius von Reims (+ 533) sei sein Lehrer geworden. Als Schüler dieses Bischofs habe er sich besonders der Gefangenen angenommen und vom König weitgehende Vollmachten zur Gefangenenbefreiung erhalten. Gottes Heiliger Geist führte ihn in die Einsamkeit. Der lokale Kult des heiligen Leonhard verbreitete sich gegen Ende des 11. Jahrhunderts auch in Deutschland; besonders in Österreich, Bayern und Schwaben wurde er zu einem der beliebtesten Volksheiligen, der zuweilen sogar den Vierzehn Nothelfern beigezählt wird.

Ursprünglich Patron der Gefangenen, wird er schließlich zum Schutzherrn aller Bauernanliegen, der Wöchnerinnen und Kranken und vieler Berufsgruppen, so der Bergleute, Böttcher, Butterhändler, Fuhrleute, Hammer- und Kupferschmiede, Kohlen- und Lastenträger, Obsthändler, Schlosser, Schmiede und Stallknechte und auch noch des Viehs, insbesondere der Pferde. Sein Patronat wurde durch ein reiches Brauchtum ausgeweitet wie Leonardi-Fahrten und Leonardi-Ritte mit Pferdesegnung.

In der Chiemsee-Region können Sie dieses schöne Brauchtum zum Beispiel in Grassau miterleben. Der "Leonhardi-Ritt" beginnt nach der Kirche am Birkenweg in Grassau . Im Ortsteil Weiher (Mietenkam) findet an der Leonhardikapelle die Pferdesegnung statt. Zur Teilnahme sind alle Pferdebesitzer mit ihren Tieren, sowie die ganze Bevölkerung herzlich eingeladen.

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